Archivierte Meldungen - Aktuelles aus St. Cäcilia                                                                          Zurück zu den aktuellen Meldungen

Ansprache zur Gemeindepilgerfahrt in Esterwegen am 06.09.2015
Liebe Schwestern und Brüder,
am 08. Mai 1945 haben die damals Verantwortlichen des nationalsozialistischen deutschen Reiches die bedingungslose Kapitulation unterschrieben. Damit war wohl eines der grausamsten Kapitel der europäischen Geschichte beendet. Die Nationalsozialisten haben aufgegeben. Europa – und damit auch die Deutschen – wurden von der Gewaltherrschaft und dem Terror der Nazis befreit. Seitdem herrscht auf deutschem Boden nunmehr 70 Jahre Frieden – länger als eine Generation. Das ist in der Geschichte auf deutschem Boden noch nie da gewesen, weil immer wieder in der Geschichte Fürsten von Klein- und Kleinststaaten gegen ihre Nachbarn kämpften.
Was lag alles hinter dem Menschen in Deutschland und Europa an eben diesem Tag der Befreiung, der auch heute noch bei unseren niederländischen Nachbarn als „Befrejdingsdaag“ gefeiert wird: Es waren zwei brutale Weltkriege, die von deutschem Boden ausgegangen sind mit vielen Verletzten und Toten. Ihrer gedenken wir am Volkstrauertag. Der Krieg, der am 08. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation des nationalsozialistischen Regimes endete, forderte viel mehr Opfer, von denen wir gar nicht wissen, wo sie geblieben sind. Millionen von Juden, Sinti und Roma wurden ermordet. Behinderte und Menschen mit anderen Einschränkungen galten als Lebensunwertes Leben und viele von ihnen wurden umgebracht.
Anders Lebende und anders Denkende wurden denunziert und sind verschwunden – auch in die Emslandlager, wie auch hierher. Später waren es die Kriegsgefangenen. Was sie in den Strafgefangenenlagern erwartete waren Entrechtung, Entwürdigung und Ausbeutung. Die Methode waren Prügelorgien, Erniedrigung, mangelnde Ernährung, Schwerstarbeit und die andauernde Gefahr, ermordet zu werden. Viele sind in diesen Lagern an Hunger, Erschöpfung und Ausbeutung gestorben.
Das „Lied der Moorsoldaten“ hat diese Erfahrungen der „Moorsoldaten“ – so nannten sich die ersten politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Börgermoor – verarbeitet Es sollte die Gefangenen aufrichten und es war ihre Demonstration ihrer kulturellen Überlegenheit zur Stärkung ihres Selbstbewusstseins gegenüber ihren Peinigern. Nur kurze Zeit erfreute sich das Lied der Zustimmung der Lager-SS, wurde aber dann verboten1, weil es den Häftlingen die Perspektive der Freiheit nach der Winterzeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft bot. Es heißt dort: „Doch für uns gibt es kein Klagen, ewig kann’s nicht Winter sein. Einmal werden froh wir sagen: Heimat, du bist wieder mein. Dann ziehn die Moorsoldaten nicht mehr mit dem Spaten ins Moor.“2 Diese Lagerlied von Börgermoor finden Sie an der Wand der Klosterkapelle.
Diese Befreiung haben die Überlebenden der Emslandlager am Ende des zweiten Weltkrieges am eigenen Leib erfahren. Es waren nicht nur andere, z. B. Kriegsgefangene – es waren auch unsere Leute, die dort gefangen und geschunden waren, weil sie nicht in die Ideologie und in das System der Nationalsozialisten passten.
Der 08. Mai 1945 ist wirklich ein Tag der Befreiung, ein Tag, dessen wir gedenken sollten. Seitdem ist viel in unserem Land geschehen: Wiederaufbau, Wirtschaftswunder, die Überwindung einer unnatürlichen Teilung Deutschlands in der Wiedervereinigung und das Zusammenrücken Europas. Dafür gilt es dankbar zu sein. Die Überwindung der deutschen Teilung wäre vor 27 Jahren nicht denkbar gewesen. Das politische Zusammenrücken Europas wäre vor 100 Jahren vielleicht auch nicht denkbar gewesen.
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1 Vgl. Liedblatt, Liedtext und Informationen zum Lied aus: Begleitheft zur CD „Das Lied der Moorsoldaten – 1933 bis 2000, DIZ Emslandlager, Papenburg 2002.
2 Ebd.

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Vor einigen Monaten ist mir eine DVD der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem in die Hände gefallen mit dem Titel: „1945 – 2015 – 70 Jahre Frieden, Freiheit, Aufbau, Wohlstand; Gott sei Dank!“3
Das war für uns als Pastoralteam und Pfarreirat der Anlass diese Gemeindepilgerfahrt hierher in die Gedenkstätte zu machen, einem Ort, an dem Menschen zu Opfern des nationalsozialistischen Regimes und Terrors gemacht werden sollten, sich aber – wie das Lied der Moorsoldaten zeigt – nicht zu Opfern machen ließen. Unsere Einladung war: Wir sagen danke – für 70 Jahre Frieden, Freiheit, Gnade! Du auch?“4
Dankbarkeit für Frieden und Freiheit ist angemessen, wenn wir immer wieder erkennen müssen, wie kostbar und zerbrechlich sie sind: Denken wir nur an die Krise in der Ukraine, an den Bürgerkrieg in Syrien, an den islamistischen Terror des sogenannten „Islamischen Staates“, und an die vielen unbenannten Krisenherde unserer einen Welt. Wirklicher Frieden ist nicht nur mit Verträgen machbar – er muss vom Inneren der Menschen her kommen, vom Willen und der Sehnsucht nach Frieden und dem Bewusstsein, dass er ein kostbares und verletzliches Geschenk ist. Im Evangelium haben wir es gehört: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch.“ (Joh 14, 27)
Aber wie können wir heute als Christen in Deutschland glaubwürdig leben, an Gott glauben, aus diesem Glauben das Geschenk der freiheitlich-demokratischen Gesellschaft gestalten und dankbar sein für 70 Jahre Frieden, Freiheit und Gnade? Die Theologische Forschung stellt sich seit Jahren dieser schweren Frage. Der renommierte Fundamentaltheologe Johann Baptist Metz stellt fest, dass für monotheistische Religionen wie das Christentum oder das Judentum die Geschichte keine Erfolgsgeschichte ist, sondern eine Leidensgeschichte, die des Leids anderer gedenkt und erst damit den Anspruch der
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3 ICEJ, deutscher Zweig, Stuttgart 2015
4 ICEJ-Flyer; Verweis im Brief des ICEJ an das Pfarramt Bösel.

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Universalität und Allgemeingültigkeit erhält.5 „… es gibt eine Autorität, die … [nicht; d. Verf.] überholt ist: die Autorität der Leidenden.“6 Das Gedenken fremden Leids ist dabei kein passives Wahrnehmen, weil es kein Leid gibt, das uns nichts angeht und weil es keine „leAnsprache zur Gemeindepilgerfahrt in Esterwegen am 06.09.2015
Liebe Schwestern und Brüder,
am 08. Mai 1945 haben die damals Verantwortlichen des nationalsozialistischen deutschen Reiches die bedingungslose Kapitulation unterschrieben. Damit war wohl eines der grausamsten Kapitel der europäischen Geschichte beendet. Die Nationalsozialisten haben aufgegeben. Europa – und damit auch die Deutschen – wurden von der Gewaltherrschaft und dem Terror der Nazis befreit. Seitdem herrscht auf deutschem Boden nunmehr 70 Jahre Frieden – länger als eine Generation. Das ist in der Geschichte auf deutschem Boden noch nie da gewesen, weil immer wieder in der Geschichte Fürsten von Klein- und Kleinststaaten gegen ihre Nachbarn kämpften.
Was lag alles hinter dem Menschen in Deutschland und Europa an eben diesem Tag der Befreiung, der auch heute noch bei unseren niederländischen Nachbarn als „Befrejdingsdaag“ gefeiert wird: Es waren zwei brutale Weltkriege, die von deutschem Boden ausgegangen sind mit vielen Verletzten und Toten. Ihrer gedenken wir am Volkstrauertag. Der Krieg, der am 08. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation des nationalsozialistischen Regimes endete, forderte viel mehr Opfer, von denen wir gar nicht wissen, wo sie geblieben sind. Millionen von Juden, Sinti und Roma wurden ermordet. Behinderte und Menschen mit anderen Einschränkungen galten als Lebensunwertes Leben und viele von ihnen wurden umgebracht.
Anders Lebende und anders Denkende wurden denunziert und sind verschwunden – auch in die Emslandlager, wie auch hierher. Später waren es die Kriegsgefangenen. Was sie in den Strafgefangenenlagern erwartete waren Entrechtung, Entwürdigung und Ausbeutung. Die Methode waren Prügelorgien, Erniedrigung, mangelnde Ernährung, Schwerstarbeit und die andauernde Gefahr, ermordet zu werden. Viele sind in diesen Lagern an Hunger, Erschöpfung und Ausbeutung gestorben.
Das „Lied der Moorsoldaten“ hat diese Erfahrungen der „Moorsoldaten“ – so nannten sich die ersten politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Börgermoor – verarbeitet Es sollte die Gefangenen aufrichten und es war ihre Demonstration ihrer kulturellen Überlegenheit zur Stärkung ihres Selbstbewusstseins gegenüber ihren Peinigern. Nur kurze Zeit erfreute sich das Lied der Zustimmung der Lager-SS, wurde aber dann verboten1, weil es den Häftlingen die Perspektive der Freiheit nach der Winterzeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft bot. Es heißt dort: „Doch für uns gibt es kein Klagen, ewig kann’s nicht Winter sein. Einmal werden froh wir sagen: Heimat, du bist wieder mein. Dann ziehn die Moorsoldaten nicht mehr mit dem Spaten ins Moor.“2 Diese Lagerlied von Börgermoor finden Sie an der Wand der Klosterkapelle.
Diese Befreiung haben die Überlebenden der Emslandlager am Ende des zweiten Weltkrieges am eigenen Leib erfahren. Es waren nicht nur andere, z. B. Kriegsgefangene – es waren auch unsere Leute, die dort gefangen und geschunden waren, weil sie nicht in die Ideologie und in das System der Nationalsozialisten passten.
Der 08. Mai 1945 ist wirklich ein Tag der Befreiung, ein Tag, dessen wir gedenken sollten. Seitdem ist viel in unserem Land geschehen: Wiederaufbau, Wirtschaftswunder, die Überwindung einer unnatürlichen Teilung Deutschlands in der Wiedervereinigung und das Zusammenrücken Europas. Dafür gilt es dankbar zu sein. Die Überwindung der deutschen Teilung wäre vor 27 Jahren nicht denkbar gewesen. Das politische Zusammenrücken Europas wäre vor 100 Jahren vielleicht auch nicht denkbar gewesen.
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1 Vgl. Liedblatt, Liedtext und Informationen zum Lied aus: Begleitheft zur CD „Das Lied der Moorsoldaten – 1933 bis 2000, DIZ Emslandlager, Papenburg 2002.
2 Ebd.

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Vor einigen Monaten ist mir eine DVD der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem in die Hände gefallen mit dem Titel: „1945 – 2015 – 70 Jahre Frieden, Freiheit, Aufbau, Wohlstand; Gott sei Dank!“3
Das war für uns als Pastoralteam und Pfarreirat der Anlass diese Gemeindepilgerfahrt hierher in die Gedenkstätte zu machen, einem Ort, an dem Menschen zu Opfern des nationalsozialistischen Regimes und Terrors gemacht werden sollten, sich aber – wie das Lied der Moorsoldaten zeigt – nicht zu Opfern machen ließen. Unsere Einladung war: Wir sagen danke – für 70 Jahre Frieden, Freiheit, Gnade! Du auch?“4
Dankbarkeit für Frieden und Freiheit ist angemessen, wenn wir immer wieder erkennen müssen, wie kostbar und zerbrechlich sie sind: Denken wir nur an die Krise in der Ukraine, an den Bürgerkrieg in Syrien, an den islamistischen Terror des sogenannten „Islamischen Staates“, und an die vielen unbenannten Krisenherde unserer einen Welt. Wirklicher Frieden ist nicht nur mit Verträgen machbar – er muss vom Inneren der Menschen her kommen, vom Willen und der Sehnsucht nach Frieden und dem Bewusstsein, dass er ein kostbares und verletzliches Geschenk ist. Im Evangelium haben wir es gehört: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch.“ (Joh 14, 27)
Aber wie können wir heute als Christen in Deutschland glaubwürdig leben, an Gott glauben, aus diesem Glauben das Geschenk der freiheitlich-demokratischen Gesellschaft gestalten und dankbar sein für 70 Jahre Frieden, Freiheit und Gnade? Die Theologische Forschung stellt sich seit Jahren dieser schweren Frage. Der renommierte Fundamentaltheologe Johann Baptist Metz stellt fest, dass für monotheistische Religionen wie das Christentum oder das Judentum die Geschichte keine Erfolgsgeschichte ist, sondern eine Leidensgeschichte, die des Leids anderer gedenkt und erst damit den Anspruch der
3 ICEJ, deutscher Zweig, Stuttgart 2015
4 ICEJ-Flyer; Verweis im Brief des ICEJ an das Pfarramt Bösel.
Universalität und Allgemeingültigkeit erhält.5 „… es gibt eine Autorität, die … [nicht; d. Verf.] überholt ist: die Autorität der Leidenden.“6 Das Gedenken fremden Leids ist dabei kein passives Wahrnehmen, weil es kein Leid gibt, das uns nichts angeht und weil es keine „leidfreien Zonen in unserem Leben und in der Menschheit gibt.7
Wir gedenken der Opfer der Weltkriege, aber auch des Gesamten nationalsozialistischen Terrors und ihres Leids. Auch sie gehören zu unserer Böseler Geschichte. Ich erinnere an Stanislaw Dytwach, ein polnischer Zwangsarbeiter der 1942 im Alter von 29 Jahren im Kronsberg auch vor einheimischen Zeugen erhängt wurde, weil er eine Deutsche liebte und mit ihr ein Kind zeugte. Das durfte nach der Rassenideologie Hitlers und seiner Nationalsozialisten nicht passieren, da sie als „minderwertig“ galten. Wir haben seiner am Volkstrauertag 2014 bei der Kranzliederlegung am Ehrenmal erstmals gedacht8. Ich erinnere aber auch an Harry Alfred Horsey, der im Alter von 22 Jahren mit seinem Jagdflieger der britischen Royal Air Force nach einer Beschießung in Westerloh notlanden musste. Er wurde am 02. April 1945 – kurz vor Ende des Krieges – festgenommen und bewacht und einen Tag später von einem Deutschen Soldaten ohne Gerichtsverfahren oder gerichtlicher Anhörung erschossen.9
Es liegt in unserer Verantwortung, auch solcher Einzelschicksale zu gedenken, weil es kein Lied gibt, das uns nicht angeht. Es braucht aber nicht nur Ansprachen und Texte – Papier ist geduldig und das gesprochene Wort gerät in Vergessenheit. Es braucht auch Orte des Gedenkens – genauso wie das Gedenken an die vielen Soldaten auch den Ort des Ehrenmals mitten in unserem Ort hat.
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5 Vgl. J. B. Metz: Monotheismus und Demoratie. In: Jahrbuch Politische Theologie, Bd 1: Demokratiefähigkeit. Münster, 1996. S. 47
6 Ebd.
7 Vgl. Metz. ebd. S. 48.
8 Vgl. Martin Pille: Sein „verbrechen“: Die Liebe. Polnischer Zwangsarbeiter 1942 im Kronsberg erhängt.
9 Vgl. Martin Pille: Fall Horsey. Quelle: Chris.Heather@nationaarchieves.gsi.gov.uk. London.

- 5 -

Das Gedenken des Leids konkreter Personen, wie bei Dytwach und Horsey, und aller Opfer des Nationalsozialismus kann uns dann auch helfen, fremdes Leid auch heute zu sehen: die Not der Flüchtlinge und der Verfolgten, die Not der Perspektivlosigkeit und der Unfreiheit in Meinungsäußerung und Religionsausübung. Und das Gedenken fremden Leids will Impulse geben zu solidarischem Handeln und zu einem friedlichem Miteinander. Und da geschehen viele gute Initiativen in Bösel im Rahmen der Flüchtlingsarbeit (Grillen, Hausaufgabenhilfe, Sprachkurse, Kochkurs)
Damit wären wir bei der großartigen Vision einer vollendeten Gesellschaft, in der es heißt: „Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg.“ (Jes 2, 4). Wie weit wir weltweit von dieser Vision entfernt sind, zeigen uns Tag für Tag die Nachrichten. An uns ist es unsere Wege zu gehen im Licht des Herrn (vgl Jes 2, 5), freiheitlich-demokratische Gesellschaft auf den unterschiedlichen Ebenen zu gestalten, Menschen in Not zu helfen und selbst im persönlichen Bereich, in der Nachbarschaft, im Dorf und in unserem Land Wege des Friedens zu gehen, weil Frieden so zerbrechlich sein kann.
Dann können wir wirklich und aufrichtig sagen: Wir sagen danke – für 70 Jahre Frieden, Freiheit, Gnade! Du auch?“10
10 ICEJ-Flyer; Verweis im Brief des ICEJ an das Pfarramt Bösel, 2015.idfreien Zonen in unserem Leben und in der Menschheit gibt.7
Wir gedenken der Opfer der Weltkriege, aber auch des Gesamten nationalsozialistischen Terrors und ihres Leids. Auch sie gehören zu unserer Böseler Geschichte. Ich erinnere an Stanislaw Dytwach, ein polnischer Zwangsarbeiter der 1942 im Alter von 29 Jahren im Kronsberg auch vor einheimischen Zeugen erhängt wurde, weil er eine Deutsche liebte und mit ihr ein Kind zeugte. Das durfte nach der Rassenideologie Hitlers und seiner Nationalsozialisten nicht passieren, da sie als „minderwertig“ galten. Wir haben seiner am Volkstrauertag 2014 bei der Kranzliederlegung am Ehrenmal erstmals gedacht8. Ich erinnere aber auch an Harry Alfred Horsey, der im Alter von 22 Jahren mit seinem Jagdflieger der britischen Royal Air Force nach einer Beschießung in Westerloh notlanden musste. Er wurde am 02. April 1945 – kurz vor Ende des Krieges – festgenommen und bewacht und einen Tag später von einem Deutschen Soldaten ohne Gerichtsverfahren oder gerichtlicher Anhörung erschossen.9
Es liegt in unserer Verantwortung, auch solcher Einzelschicksale zu gedenken, weil es kein Lied gibt, das uns nicht angeht. Es braucht aber nicht nur Ansprachen und Texte – Papier ist geduldig und das gesprochene Wort gerät in Vergessenheit. Es braucht auch Orte des Gedenkens – genauso wie das Gedenken an die vielen Soldaten auch den Ort des Ehrenmals mitten in unserem Ort hat.
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5 Vgl. J. B. Metz: Monotheismus und Demoratie. In: Jahrbuch Politische Theologie, Bd 1: Demokratiefähigkeit. Münster, 1996. S. 47
6 Ebd.
7 Vgl. Metz. ebd. S. 48.
8 Vgl. Martin Pille: Sein „verbrechen“: Die Liebe. Polnischer Zwangsarbeiter 1942 im Kronsberg erhängt.
9 Vgl. Martin Pille: Fall Horsey. Quelle: Chris.Heather@nationaarchieves.gsi.gov.uk. London.

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Das Gedenken des Leids konkreter Personen, wie bei Dytwach und Horsey, und aller Opfer des Nationalsozialismus kann uns dann auch helfen, fremdes Leid auch heute zu sehen: die Not der Flüchtlinge und der Verfolgten, die Not der Perspektivlosigkeit und der Unfreiheit in Meinungsäußerung und Religionsausübung. Und das Gedenken fremden Leids will Impulse geben zu solidarischem Handeln und zu einem friedlichem Miteinander. Und da geschehen viele gute Initiativen in Bösel im Rahmen der Flüchtlingsarbeit (Grillen, Hausaufgabenhilfe, Sprachkurse, Kochkurs)
Damit wären wir bei der großartigen Vision einer vollendeten Gesellschaft, in der es heißt: „Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg.“ (Jes 2, 4). Wie weit wir weltweit von dieser Vision entfernt sind, zeigen uns Tag für Tag die Nachrichten. An uns ist es unsere Wege zu gehen im Licht des Herrn (vgl Jes 2, 5), freiheitlich-demokratische Gesellschaft auf den unterschiedlichen Ebenen zu gestalten, Menschen in Not zu helfen und selbst im persönlichen Bereich, in der Nachbarschaft, im Dorf und in unserem Land Wege des Friedens zu gehen, weil Frieden so zerbrechlich sein kann.
Dann können wir wirklich und aufrichtig sagen: Wir sagen danke – für 70 Jahre Frieden, Freiheit, Gnade! Du auch?“10
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10 ICEJ-Flyer; Verweis im Brief des ICEJ an das Pfarramt Bösel, 2015.






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Kirchenausschusswahl 2014

Bekanntgabe des Wahlergebnisses
der Wahl vom 15./16. November 2014




Zahl der Wahlberechtigten:     4.098

Zahl der Wähler:    689;    Gültige Stimmzettel:  687;       Ungültige Stimmzettel:    2

Gewählte Mitglieder (alphabetische Reihenfolge):

Name

Vorname

Alter

Beruf

Anschrift

 

 

 

 

 

Awick

Stefan

45

Bankkaufmann

Begonienstr. 7, Bösel

Bünger

Josef

58

Steuerberater

Sandkamp 23, Bösel-P'dorf

Elberfeld

Alfons

57

Maurermeister

Oppelner Weg 1, Bösel

Fennen

 Franz

57

Techniker

Hölker Weg 10, Bösel

Franke

Josef jun.

38

Programmierer

Baumstr. 3, Bösel-P'dorf

Freke

Markus

41

Außendienstmitarbeiter

Edith-Stein-Str. 18, Bösel

Lübben

Hildegard

58

Landwirtin

Garreler Str. 27, Bösel

Runden

Theo

65

Rentner

Hülsberger Str. 26, Bösel-P'dorf

Schwerter

Rainer

46

Selbständig

Bachmannsweg 4, Bösel-Hülsberg

Stukenborg

Jürgen

40

Bilanzbuchhalter

Holunderstr. 17, Bösel

Südbeck

Dr. Michael

52

Tierarzt

Steinbergweg 4, Bösel

Tapken

Franz

49

Maurer

Overlaher Str. 26, Bösel


Ersatzmitglieder:

Tangemann

Josef 42 Landwirt Über der Aue 3, Bösel

Stolle

Maria 38 Sekretärin Kolpingstr. 4, Bösel

Ruiter

Ulrike 50 Leitende MTA Bahnstr. 57, Bösel




B

B

Beim "Tag des offenen Turmes" im Oktober 2006 haben viele Gemeindemitglieder die Gelegenheit genutzt, sich auch ein Bild vom Zustand der Sakristei in ihrer Pfarrkirche zu machen. Einigkeit bestand darin, dass hier grundlegender Sanierungsbedarf besteht.
Die jetzigen Planungen sehen vor, die Sakristei zu renovieren und das Dachgeschoss auszubauen. Dieses bietet dann Platz für viele Gegenstände, die aus der jetzigen Sakristei ausgelagert werden können. So soll für die zeitweise über zehn Personen, die sich auf die hl. Messen und Andachten vorbereiten, mehr Platz geschaffen werden.
Seit Jahren ist in Kirchennähe keine Toilette verfügbar. Die Toilette im Pfarrheim ist zudem nicht behindertengerecht. Deshalb ist beabsichtigt, im Zusammenhang mit der Renovierung der Sakristei eine behindertengerechte Toilette an der Rückseite zur Martinskapelle anzubauen.

Jahrzehntelange Nutzung ist auch der Sakristei in St. Peter und Paul in Petersdorf anzusehen. Hinzu kommt, dass durch Feuchtigkeitseinwirkung Schäden im Kircheninneren behoben werden müssen.
Der Kirchenausschuss hat nun in einem Antrag an das Offizialat Zuschüsse für diese Maßnahmen beantragt.
Aloys Gelhaus.

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Christel Franke gewinnt das perfekte Bibel-Dinner
Hier finden Sie alle Informationen: Quelle NWZ-Online

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Diakon Clemens Themann emeritiert (03.05.2009)

In einem festlichen Dankgottesdienst mit einem anschließenden Empfang im Pfarrheim wurde Diakon Clemens Themann am Sonntag, 03. Mai 2009, offiziell verabschiedet. Erfreut nahm die Gemeinde aber zur Kenntnis, dass Clemens Themann seinen fast 25-jährigen diakonalen Dienst in der Kirchengemeinde fortsetzen wird.


Clemens Themann empfing am 12. Oktober 1985 die Diakonenweihe und war seitdem als ständiger Diakon (mit Zivilberuf) in der Pfarrgemeinde St. Cäcilia in Bösel und Petersdorf eingesetzt. Pfarrer Norbert Bleker und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Reinhard Lanfer würdigten das seelsorgliche Wirken von Clemens Themann. Die große Anzahl Gemeindemitglieder beim Empfang im Pfarrheim bezeugte die hohe Wertschätzung, die Diakon Clemens Themann sich erworben hat. Der Dank galt auch seiner Ehefrau Christel, die ihn in seinem Dienst mit getragen und unterstützt hat.

Die Pfarrgemeinde wünscht Clemens Themann für sein weiteres Wirken gute Gesundheit und Gottes Segen.

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Erklärung des Bischöflichen Offizials,
Weihbischof Heinrich Timmerevers


Seit Wochen werden wir mit der Tatsache konfrontiert, dass es innerhalb der
katholischen Kirche und deren Einrichtungen sexuell motivierte Übergriffe auf
Schutzbefohlene gegeben hat und womöglich noch gibt. Mitunter wird auch
hingewiesen auf ein Übermaß an Gewalt, die Kindern und Jugendlichen vor allem in
den 50iger und 60iger Jahren durch Amtsträger und Mitarbeiter der Kirche angetan
wurde. Der Offizialatsbezirk Oldenburg ist von diesen Geschehnissen nicht
ausgenommen.


Auch wenn zunehmend erkennbar wird, dass es sich dabei um ein
gesamtgesellschaftliches Problem handelt, ist es dennoch ein nicht hinnehmbarer
Skandal, dass es auch in unserer Kirche immer wieder solche Übergriffe gegeben
hat! Gerade die „Kleinen“ stehen im Evangelium unter dem besonderen Segen Jesu.
Wer sie missbraucht, verkehrt die Frohbotschaft in übler Weise.


Jeder einzelne Fall, der ans Licht kommt, erfüllt mich mit Schmerz und Trauer. Ich
sehe klar, dass kirchliche Verantwortungsträger in der Vergangenheit nicht in jeder
Situation angemessen gehandelt haben. Die damaligen unzureichenden Maßnahmen
und das Schweigen sind ein schwerer Fehler gewesen. Auf diese Weise sind viele
Opfer in ihrer Not alleingelassen und Täter nicht wirklich zur Rechenschaft gezogen
worden. Als Christ und Amtsträger in unserer Kirche schäme ich mich dafür und bitte
alle Betroffenen um Verzeihung.


Aufklärung, Transparenz und konsequentes Handeln sind heute und künftig das
Gebot der Stunde. Die Opfer und Betroffenen haben dabei im Mittelpunkt zu stehen.
Wir werden alles tun, ihren Schmerz und ihre Not anzunehmen und ihnen Hilfe zu
ermöglichen. Wir werden jedem Hinweis konsequent nachgehen.


Damit die Kirche der Aufklärung nachkommen kann, bedarf sie der Mithilfe aller, die
um konkrete Sachverhalte wissen und sachdienliche Hinweise geben können.
Anonyme Mitteilungen, Verdächtigungen und Spekulationen sind angesichts der
schwerwiegenden Materie nicht hilfreich und schaffen ein Klima des Misstrauens.
Die katholische Kirche hat aufgrund der Ereignisse in sie gesetztes Vertrauen
verloren. Das ist schmerzlich angesichts der Tatsache, dass der weitaus größte Teil
der Priester, Diakone, pastoralen und anderen Mitarbeiter tagtäglich aufrichtig und
mit großem Engagement ihren Dienst tun zum Wohl und Segen der Menschen.
In dieser schweren Zeit, die für uns alle eine Bußzeit ist, bitte ich alle Gläubigen um
ihr Gebet.


Vechta, 19. März 2010


+ Heinrich Timmerevers
Bischöflicher Offizial
Weihbischof

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Die Wallfahrer der Kirchengemeinde St. Cäcilia


Die Kommunionkinder und deren Eltern

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 KIRCHENAUSSCHUSSWAHL    2 0 1 0

 

B e k a n n t g a b e
 

Ergebnis der Kirchenausschusswah

 KIRCHENAUSSCHUSSWAHL    2 0 1 0

 
 

Gemäß der Wahlordnung für die Kirchenausschüsse gebe ich das Wahlergebnis bekannt:

 

1.         Zahl der Wahlberechtigten:          4.155                         Gültige Stimmen:                633

 

            Zahl der Wähler:                                635                          Ungültige Stimmen:               2

 

2.         Gewählte Mitglieder und Reihenfolge der Ersatzmitglieder mit den für sie abgegebenen
            Stimmen:

 

            a)        Gewählte Mitglieder:                                                                                Stimmen:

 

1.         Bünger, Josef                                                                                             337

2.         Awick, Stefan                                                                                             335

3.         Lübben, Hildegard                                                                                     282

4.         Franke jun., Josef                                                                                      276

5.         Schwerter, Rainer                                                                                     274

6.         Südbeck, Dr. Michael                                                                               266

7.         Peckskamp, Johannes                                                                             265

8.         Runden, Theo                                                                                            262

9.         Stuckenborg, Jürgen                                                                                232

10.      Freke, Markus                                                                                            220

11.      Elberfeld, Alfons                                                                                        215

12.      Behrens, Rainer                                                                                        204

 

            b)        Ersatzmitglieder:                                                                                                

1.         Stammermann, Thomas                                                                          170

 

3.         Wahleinspruch

 

Gemäß der Wahlordnung kann jeder Wahlberechtigte gegen die Gültigkeit der Wahl Einspruch erheben. Der Wahleinspruch ist bei dem bisherigen Kirchenausschuss innerhalb einer Woche nach der heutigen Bekanntmachung einzureichen.

 

 

Tag der Veröffentlichung: 13. November 2010                        gez. Pfarrer Hubert Moormann

                                                                                                      .....................................................

-Pfarrer Hubert Moormann,
             Vorsitzender des Wahlvorstandes-
 










 KIRCHENAUSSCHUSSWAHL    2 0 1 0

 

B e k a n n t g a b e
 

Ergebnis der Kirchenausschusswah

 KIRCHENAUSSCHUSSWAHL    2 0 1 0

 
 

Gemäß der Wahlordnung für die Kirchenausschüsse gebe ich das Wahlergebnis bekannt:

 

1.         Zahl der Wahlberechtigten:          4.155                         Gültige Stimmen:                633

 

            Zahl der Wähler:                                635                          Ungültige Stimmen:               2

 

2.         Gewählte Mitglieder und Reihenfolge der Ersatzmitglieder mit den für sie abgegebenen
            Stimmen:

 

            a)        Gewählte Mitglieder:                                                                                Stimmen:

 

1.         Bünger, Josef                                                                                             337

2.         Awick, Stefan                                                                                             335

3.         Lübben, Hildegard                                                                                     282

4.         Franke jun., Josef                                                                                      276

5.         Schwerter, Rainer                                                                                     274

6.         Südbeck, Dr. Michael                                                                               266

7.         Peckskamp, Johannes                                                                             265

8.         Runden, Theo                                                                                            262

9.         Stuckenborg, Jürgen                                                                                232

10.      Freke, Markus                                                                                            220

11.      Elberfeld, Alfons                                                                                        215

12.      Behrens, Rainer                                                                                        204

 

            b)        Ersatzmitglieder:                                                                                                

1.         Stammermann, Thomas                                                                          170

 

3.         Wahleinspruch

 

Gemäß der Wahlordnung kann jeder Wahlberechtigte gegen die Gültigkeit der Wahl Einspruch erheben. Der Wahleinspruch ist bei dem bisherigen Kirchenausschuss innerhalb einer Woche nach der heutigen Bekanntmachung einzureichen.

 

 

Tag der Veröffentlichung: 13. November 2010                        gez. Pfarrer Hubert Moormann

                                                                                                      .....................................................

-Pfarrer Hubert Moormann,
             Vorsitzender des Wahlvorstandes-
 

Seite am 30. Januar 2011 hierher übertragen.

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Renovierung/Umbau Kath. Kindergarten St. Raphael,
Am Kirchplatz 30, 26219 Bösel


Veröffentlichung vergebener Aufträge gem. RdErl. D. MW. D. StK u. d. übr. Min. v. 4.2.2009:

"Öffentliches Auftragswesen;
Beschleunigung von investiven Maßnahmen - Festsetzung von Wertgrenzen unterhalb der geltenden EU-Schwellenwerte für 1. Bauaufträge (VOB/A) 2. Liefer- und Dienstleistungsaufträge (VOL/A)

VÖ-Datum: Gewerk: Auftragnehmer:
Auftragsvolumen (ohne Umsatzst.):
08.06.2009 Sanitär, Heizung und Lüftung für Umbau Kindergarten und Neubau Kinderkrippe   Fa. Elektro-Heizung-Sanitär M. Wessels GmbH & Co. KG, Bischofsbrücker Weg 11, 49757 Vrees 
161.801,96  EUR

08.06.2009
Elektroanlage Umbau Kindergarten und Neubau Kinderkrippe Fa. Heinrich Lübben, Hauptstraße 13, 26683 Saterland-Sedelsberg 74.709,06   EUR
06..08.2009 Rohbauarbeiten, Stahlbeton- und Maurerarbeiten Erweiterung des Kindergarten St. Raphael und Neubau Kinderkrippe Fa. kleine Stüve Bau GmbH, Schlichtenmoor 1, 49681 Garrel          EUR 120.631,14
23.09.2009 Zimmermanns- und Dachdeckerarbeiten Fa. Lanfermann, Garreler Str. 52, 26219 Bösel          EUR   75.167,90
16.12.2009
Fensterarbeiten (PVC) Fa. Rolf Stuckenberg
Garreler Str. 34, 26219 Bösel
   EUR  26.362,00  
07.01.2010 Trockenbau Fa. Markus Lanfermann,
Garreler Str. 52, 26219 Bösel
          EUR  32.623,07
07.01.2010 Fenster/Türen (Alu) Fa. Kordes Metallbau,
Am Wegholt 3, 49685 Emstek
EUR  49.620,00  
04.06.2010 Außenanlagen (Pflasterungen) Fa. Borchers GmbH,
Industriestr. 1, 26903 Surwold
          EUR 36.916,92
08.07.2010 Einrichtung Krippe Fa. Wehrfritz, Bad Rodach           EUR 26.581,82






















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Juli bis November 2011:

Bestattungskultur

Immer wieder wird in den vergangenen Jahren in der gesellschaftlichen Diskussion die Frage erörtert, wie man bei den Bestattungen verfahren soll:  Soll der Sarg in die Erde abgesenkt werden oder soll er  - wie man so sagt –  „oben stehen bleiben“?

Dazu ein paar kurze Überlegungen, die uns die christliche Haltung und die Haltung der Kirche in dieser Frage deutlich machen.

 

1.  Die Christen der frühesten Zeit haben mit ihrer Form der Erdbestattung ein ganz bewusstes Zeichen gesetzt gegen die heidnischen Praktiken ihrer Umwelt. Davon zeugen z.B. die Katakomben in Rom oder auch alte christliche Gräber in Israel. Dahinter steht unter Anderem die Auffassung, dass die Erde nicht nur der Ort des irdischen Lebens ist, sondern dass der Mensch  „von der Erde genommen ist und zur Erde zurückkehrt“. Und das der Herr den Verstorbenen auferwecken wird zum neuen Leben.  So beten wir es im Ritus des Begräbnisses.

 

2. Der Ritus des Absenkens in das Grab ist nicht nur eine formale Tätigkeit, sondern ein Ausdruck des Glaubens mit hoher Symbolkraft. Gerade in der  Be-Erd-igung des Leibes bezeugt der christliche Glaube die Würde der Schöpfung.  Die Gemeinde erweist dabei dem Toten einen Dienst geschwisterlicher Liebe und ehrt seinen in der Taufe zum


Bestattungskultur

Immer wieder wird in den vergangenen Jahren in der gesellschaftlichen Diskussion die Frage erörtert, wie man bei den Bestattungen verfahren soll:  Soll der Sarg in die Erde abgesenkt werden oder soll er  - wie man so sagt –  „oben stehen bleiben“?

Dazu ein paar kurze Überlegungen, die uns die christliche Haltung und die Haltung der Kirche in dieser Frage deutlich machen.

 

1.  Die Christen der frühesten Zeit haben mit ihrer Form der Erdbestattung ein ganz bewusstes Zeichen gesetzt gegen die heidnischen Praktiken ihrer Umwelt. Davon zeugen z.B. die Katakomben in Rom oder auch alte christliche Gräber in Israel. Dahinter steht unter Anderem die Auffassung, dass die Erde nicht nur der Ort des irdischen Lebens ist, sondern dass der Mensch  „von der Erde genommen ist und zur Erde zurückkehrt“. Und das der Herr den Verstorbenen auferwecken wird zum neuen Leben.  So beten wir es im Ritus des Begräbnisses.


Bestattungskultur

Immer wieder wird in den vergangenen Jahren in der gesellschaftlichen Diskussion die Frage erörtert, wie man bei den Bestattungen verfahren soll:  Soll der Sarg in die Erde abgesenkt werden oder soll er  - wie man so sagt –  „oben stehen bleiben“?

Dazu ein paar kurze Überlegungen, die uns die christliche Haltung und die Haltung der Kirche in dieser Frage deutlich machen.

 

1.  Die Christen der frühesten Zeit haben mit ihrer Form der Erdbestattung ein ganz bewusstes Zeichen gesetzt gegen die heidnischen Praktiken ihrer Umwelt. Davon zeugen z.B. die Katakomben in Rom oder auch alte christliche Gräber in Israel. Dahinter steht unter Anderem die Auffassung, dass die Erde nicht nur der Ort des irdischen Lebens ist, sondern dass der Mensch  „von der Erde genommen ist und zur Erde zurückkehrt“. Und das der Herr den Verstorbenen auferwecken wird zum neuen Leben.  So beten wir es im Ritus des Begräbnisses.

 

2. Der Ritus des Absenkens in das Grab ist nicht nur eine formale Tätigkeit, sondern ein Ausdruck des Glaubens mit hoher Symbolkraft. Gerade in der  Be-Erd-igung des Leibes bezeugt der christliche Glaube die Würde der Schöpfung.  Die Gemeinde erweist dabei dem Toten einen Dienst geschwisterlicher Liebe und ehrt seinen in der Taufe zum Tempel des Heiligen Geistes gewordenen Leib im Gedenken an den Tod, das Begräbnis  und die Auferstehung des Herrn. Sie erwartet in gläubiger Hoffnung die Wiederkunft und die Auferstehung der Toten.  Der  Ort, an dem wir zur letzten Ruhe gelegt werden ist somit der Ort unserer Auferstehung. Die Bestattung in der Erde wird somit in der Symbolhandlung des Hineingebens in die Erde zum Zeugnis des Glaubens.

 

3. Aus sehr unterschiedlichen Gründen ist das Hinablassen des Sarges ins Grab an manchen Orten nicht mehr üblich. Der momentane Schmerz soll vermieden werden. Dadurch entfällt die Kraft dieses Ritus für die Trauerbewältigung. Auch wird die Wirklichkeit des Verlustes nicht mehr sinnenfällig gemacht. Daher wird von Seelsorgern, von Psychologen und auch von Trauerbegleitern nachdrücklich empfohlen, den Sarg in Anwesenheit der Trauergemeinde ins Grab hinab zu lassen.

 

                                                                                                    gez.  Pastor Hubert Moormann



 

2. Der Ritus des Absenkens in das Grab ist nicht nur eine formale Tätigkeit, sondern ein Ausdruck des Glaubens mit hoher Symbolkraft. Gerade in der  Be-Erd-igung des Leibes bezeugt der christliche Glaube die Würde der Schöpfung.  Die Gemeinde erweist dabei dem Toten einen Dienst geschwisterlicher Liebe und ehrt seinen in der Taufe zum Tempel des Heiligen Geistes gewordenen Leib im Gedenken an den Tod, das Begräbnis  und die Auferstehung des Herrn. Sie erwartet in gläubiger Hoffnung die Wiederkunft und die Auferstehung der Toten.  Der  Ort, an dem wir zur letzten Ruhe gelegt werden ist somit der Ort unserer Auferstehung. Die Bestattung in der Erde wird somit in der Symbolhandlung des Hineingebens in die Erde zum Zeugnis des Glaubens.

 

3. Aus sehr unterschiedlichen Gründen ist das Hinablassen des Sarges ins Grab an manchen Orten nicht mehr üblich. Der momentane Schmerz soll vermieden werden. Dadurch entfällt die Kraft dieses Ritus für die Trauerbewältigung. Auch wird die Wirklichkeit des Verlustes nicht mehr sinnenfällig gemacht. Daher wird von Seelsorgern, von Psychologen und auch von Trauerbegleitern nachdrücklich empfohlen, den Sarg in Anwesenheit der Trauergemeinde ins Grab hinab zu lassen.

 

                                                                                                    gez.  Pastor Hubert Moormann



Tempel des Heiligen Geistes gewordenen Leib im Gedenken an den Tod, das Begräbnis  und die Auferstehung des Herrn. Sie erwartet in gläubiger Hoffnung die Wiederkunft und die Auferstehung der Toten.  Der  Ort, an dem wir zur letzten Ruhe gelegt werden ist somit der Ort unserer Auferstehung. Die Bestattung in der Erde wird somit in der Symbolhandlung des Hineingebens in die Erde zum Zeugnis des Glaubens.

 

3. Aus sehr unterschiedlichen Gründen ist das Hinablassen des Sarges ins Grab an manchen Orten nicht mehr üblich. Der momentane Schmerz soll vermieden werden. Dadurch entfällt die Kraft dieses Ritus für die Trauerbewältigung. Auch wird die Wirklichkeit des Verlustes nicht mehr sinnenfällig gemacht. Daher wird von Seelsorgern, von Psychologen und auch von Trauerbegleitern nachdrücklich empfohlen, den Sarg in Anwesenheit der Trauergemeinde ins Grab hinab zu lassen.

 

                                                                                                    gez.  Pastor Hubert Moormann



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